SSD-Preise 2026: Warum SSDs teurer werden und wie es weitergeht

SSD-Preise sind seit Ende 2025 stark gestiegen, weil KI-Rechenzentren große Mengen Flash-Speicher kaufen und die Hersteller ihre Kapazität dorthin lenken. Auf amazon.de kostet eine M.2-NVMe-SSD laut TB-Index von ratioDB gerade 126,25 € pro TB, das sind +13,6 % in 90 Tagen (Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr). Dieser Ratgeber zeigt die echten Preise pro TB aus unserem täglichen Verlauf, erklärt die Gründe mit Zahlen der Marktforscher und sagt, was die Hersteller für 2027 erwarten.
Alle Preise in diesem Artikel kommen live aus der ratioDB-Datenbank und werden bei jedem Abruf neu berechnet. Prognosen von Herstellern und Analysten sind als Prognose gekennzeichnet und mit Quelle verlinkt.
Live-Preisverlauf
Wie stark sind die SSD-Preise gestiegen?
Der TB-Index für alle SSDs auf amazon.de steht bei 108,07 € pro TB und hat sich in 30 Tagen um +1,5 % verändert, in 90 Tagen um +5,5 %. M.2-NVMe-SSDs liegen bei 126,25 € pro TB, +6,5 % in 30 Tagen. Gegenüber Herbst 2025 haben sich viele SSDs mehr als verdoppelt.
Der Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote je Tag. Die Prozentwerte vergleichen nur Angebote, die an beiden Tagen einen Preis hatten, damit neue Lockangebote die Entwicklung nicht verzerren.
SSD-Preise pro TB auf amazon.de, neue Angebote, Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr
| SSD-Art | TB-Index | 30 Tage | 90 Tage |
|---|---|---|---|
| SSD M.2 NVMe | 126,25 € | ▲ 6,5 % | ▲ 13,6 % |
| SSD 2,5 Zoll SATA | 109,50 € | ▼ 0,8 % | ▲ 2,0 % |
| SSD M.2 SATA | 149,18 € | ▲ 7,7 % | ▲ 2,1 % |
| SSD extern | 112,62 € | ▲ 3,8 % | ▲ 10,2 % |
Unser Verlauf beginnt am 30.07.2026, der TB-Index für SSDs stand damals bei 98,00 € pro TB. Der große Sprung lag davor, im Winter 2025 und im Frühjahr 2026. Deutsche Fachmedien haben ihn mit eigenen Stichproben gemessen:
- Laut einer Stichprobe von ComputerBase, über die PC Games Hardware berichtet, waren SSDs Mitte August 2026 im Schnitt 126 % teurer als Mitte September 2025. Eine Kingston NV3 mit 1 TB stieg von 50 auf 145 €, eine Samsung 990 EVO Plus mit 4 TB von 240 auf 572 € (16.08.2026).
- Nach einem Index von 3DCenter waren M.2-SSDs im Juni 2026 etwa doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (Notebookcheck, 15.06.2026).
- Schon im Februar 2026 lagen SSDs laut ComputerBase-Daten 86,59 % über dem Stand von September 2025 (Tom's Hardware, 17.02.2026).
Die Zahlen unterscheiden sich, weil jede Quelle andere Produkte und Zeiträume misst. Die Richtung ist bei allen gleich.
Wie haben sich die SSD-Preise seit 2025 entwickelt?
Nach Produktionskürzungen ab Ende 2024 zogen die Preise für Flash-Speicher 2025 langsam an. Ab dem 4. Quartal 2025 kamen ein Engpass bei Festplatten und die Nachfrage aus KI-Rechenzentren dazu. Den stärksten Sprung erwartete TrendForce für das 2. Quartal 2026 mit +70 bis 75 % bei den Vertragspreisen.
Die wichtigsten Stationen, jeweils mit Quelle. Vertragspreise sind Preise aus Lieferverträgen zwischen Chipherstellern und großen Kunden, sie bestimmen, was SSDs später im Handel kosten.
| Zeitpunkt | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 2. Quartal 2025 | Vertragspreise für Endkunden-SSDs +3 bis 8 %, TrendForce nennt die Produktionskürzungen ab Ende 2024 als Grund | TrendForce |
| 3. Quartal 2025 | Prognose für Flash-Speicher im Schnitt +5 bis 10 % | TrendForce |
| September 2025 | Lieferzeit für große Festplatten in Rechenzentren steigt von wenigen Wochen auf über 52 Wochen | TrendForce via I-Connect007 |
| 4. Quartal 2025 | SanDisk erhöht die Preise um 10 %, Micron setzt Angebote aus | TrendForce |
| 1. Quartal 2026 | Prognose angehoben auf +55 bis 60 %, SSDs für Rechenzentren +53 bis 58 %, ein Rekord | TrendForce |
| 2. Quartal 2026 | Prognose für Flash-Speicher +70 bis 75 % | TrendForce via TechNews |
| 3. Quartal 2026 | Prognose +10 bis 15 %, der Anstieg verlangsamt sich | TrendForce via Chinatimes |
| 4. Quartal 2026 | Prognose +15 bis 20 %, SSDs für Rechenzentren ziehen wieder stärker an | TrendForce |
Seit dem 30.07.2026 zeichnet ratioDB die amazon.de-Preise täglich auf. Die Kurve oben auf der Seite SSD M.2 NVMe zeigt den Verlauf Tag für Tag.
Warum sind SSDs so teuer geworden?
SSDs sind teuer geworden, weil Rechenzentren für künstliche Intelligenz sehr viel Flash-Speicher kaufen, weil der Mangel an großen Festplatten Cloud-Anbieter zu SSDs treibt und weil die Hersteller Kapazität zu Arbeitsspeicher verlagern. Für Endkunden-SSDs bleibt weniger übrig.
KI-Rechenzentren kaufen Flash-Speicher
Server für künstliche Intelligenz speichern riesige Datenmengen auf schnellen SSDs. TrendForce erwartet für 2026 ein Plus von mehr als 80 % bei der Menge an Speicher, die Rechenzentren in Form von SSDs abnehmen (TrendForce, 30.09.2026). Laut TrendForce verschieben die Hersteller Flash-Speicher, der sonst in Endkunden-SSDs gegangen wäre, zu SSDs für Rechenzentren. Günstige QLC-SSDs (4 Bit pro Speicherzelle) sind deshalb besonders knapp (TrendForce, 05.01.2026).
SanDisk zeigt die Verschiebung in den eigenen Zahlen: Der Anteil des Geschäfts mit Rechenzentren stieg innerhalb eines Jahres von 12 auf 38 %, der Umsatz mit Endkunden fiel im letzten Quartal um 32 % (GuruFocus zu den SanDisk-Zahlen, 05.08.2026).
Der Mangel an Festplatten treibt die Nachfrage
Cloud-Anbieter speichern selten genutzte Daten normalerweise auf großen Festplatten. Laut TrendForce stiegen die Lieferzeiten dafür 2025 auf über 52 Wochen. Viele Anbieter weichen deshalb auf QLC-SSDs aus, die laut TrendForce rund 30 % weniger Strom brauchen (TrendForce via I-Connect007, 16.09.2025). Das ist genau die Speicherart, die auch in günstigen Endkunden-SSDs steckt.
Die Hersteller verlagern Kapazität zu Arbeitsspeicher
Arbeitsspeicher ist noch knapper als Flash-Speicher. Laut TrendForce haben Hersteller Teile ihrer Fertigung von Flash auf DRAM umgestellt (TrendForce, 02.02.2026) und setzen ihre Investitionen vorrangig für DRAM und HBM (High Bandwidth Memory, Speicher mit hoher Bandbreite) ein (TrendForce, 18.08.2026). Wie stark Arbeitsspeicher gestiegen ist, zeigt der Ratgeber RAM-Preise.
Die Vertragspreise sind explodiert
TrendForce hat die Sprünge bei den Vertragspreisen für Flash-Speicher so gemessen und vorhergesagt:
| Quartal | Vertragspreis Flash-Speicher zum Vorquartal | Quelle |
|---|---|---|
| 1. Quartal 2026 | +55 bis 60 % (Prognose vom 02.02.2026) | TrendForce |
| 2. Quartal 2026 | +70 bis 75 % (Prognose) | TrendForce via TechNews |
| 3. Quartal 2026 | +10 bis 15 % (Prognose) | TrendForce via Chinatimes |
| 4. Quartal 2026 | +15 bis 20 % (Prognose) | TrendForce |
Zum Vergleich: Im Januar 2026 hatte TrendForce für das 1. Quartal noch +33 bis 38 % erwartet, 4 Wochen später +55 bis 60 %. Prognosen in diesem Markt lagen zuletzt deutlich zu niedrig.
Wer stellt den Flash-Speicher für SSDs her?
Den Markt teilen sich 5 große Hersteller: Samsung, SK hynix mit Solidigm, Kioxia, Micron und SanDisk. Im 1. Quartal 2026 hatte Samsung 31,6 % Marktanteil beim Umsatz, SK hynix mit Solidigm 17,6 %, Kioxia, Micron und SanDisk je 13,9 %.
Laut TrendForce stieg der Umsatz der 5 größten Hersteller im 1. Quartal 2026 auf 38,9 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 83,7 % zum Vorquartal (TrendForce via I-Connect007, 25.05.2026). Im 2. Quartal waren es 68,87 Mrd. US-Dollar, noch einmal 77 % mehr. Samsung kam auf 29,3 %, Kioxia auf 13,6 % (TrendForce, 18.08.2026).
Der Umsatz wächst vor allem über den Preis. Kioxia meldete für April bis Juni 2026 einen um rund 70 % höheren Durchschnittspreis als im Vorquartal, bei kaum mehr verkaufter Menge (TrendForce, 31.07.2026). Bei SanDisk kamen rund 2 Drittel des Umsatzwachstums aus höheren Preisen (Quelle oben).
Wann werden SSDs wieder günstiger?
TrendForce erwartet eine Entspannung frühestens in der 2. Hälfte 2027, wenn neue Fabriken liefern. Die Hersteller selbst sind vorsichtiger: SanDisk rechnet mit knapper Ware über 2027 hinaus, Kioxia und Micron mit anhaltender Knappheit. Alle Angaben sind Prognosen und können sich ändern.
Das sagen die wichtigsten Stimmen, jeweils als Prognose:
- TrendForce: Das Angebot an Flash-Speicher soll sich in der 2. Hälfte 2027 lockern, wenn neue Kapazitäten anlaufen, die schwache Nachfrage von Endkunden drückt zusätzlich auf die Preise (TrendForce, 31.07.2026).
- SanDisk: Der Markt für Flash-Speicher soll 2026 über 300 Mrd. US-Dollar und 2027 fast 500 Mrd. US-Dollar erreichen, die Ware bleibt über 2027 hinaus zugeteilt (GuruFocus, 05.08.2026).
- Kioxia: Die Nachfrage soll auch 2027 das Angebot übersteigen (TrendForce, 31.07.2026, Quelle oben).
- Micron: Die Menge an Flash-Speicher in der Branche wächst laut Micron 2026 um gut 20 % und 2027 und 2028 um rund 25 % pro Jahr, die Knappheit hält an (Guru3D, 01.10.2026).
Kurzfristig gibt es Dellen. Für das 3. Quartal 2026 erwartete TrendForce nur noch +10 bis 15 %, weil Endkunden weniger kaufen und PC-Hersteller noch Lager aus dem 1. Halbjahr haben. Laut TrendForce verbauen PC-Hersteller in neuen Geräten inzwischen sogar kleinere SSDs (TrendForce, 30.09.2026). Wann sich der Kauf lohnt, zeigt dir am zuverlässigsten der tägliche Verlauf.
Sind große SSDs pro TB günstiger als kleine?
Gerade ja: Auf amazon.de kostet die günstigste NVMe-SSD mit 4 TB 108,15 € pro TB, die günstigste mit 1 TB 133,99 € pro TB. Die große SSD ist pro TB 19,3 % günstiger. Am günstigsten pro TB ist oft die mittlere Größe, die Tabelle zeigt die aktuelle Lage je Kapazität.
Günstigste neue NVMe-SSD je Kapazität auf amazon.de, Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr
| Kapazität | Günstigste NVMe-SSD | Preis | Preis pro TB |
|---|---|---|---|
| 500 GB | Intenso Premium 500 GB | 86,49 € | 172,98 € |
| 1 TB | KingSpec NX-2280 1 TB | 133,99 € | 133,99 € |
| 2 TB | Intenso Premium 2 TB | 229,09 € | 114,55 € |
| 4 TB | KingSpec XG7000 4 TB | 432,59 € | 108,15 € |
| 8 TB | WD Black SN850X 8 TB | 1.749,00 € | 218,63 € |
PC Games Hardware beobachtet seit 2026, dass sich die Reihenfolge beim Preis pro TB teilweise umgekehrt hat: Große SSDs sind dort pro TB günstiger als SSDs mit 1 TB (PC Games Hardware, 14.09.2026). Früher war es umgekehrt. Vergleich deshalb immer den Preis pro TB, bevor du dich auf eine Größe festlegst. Sehr große SSDs mit 8 TB bleiben pro TB oft am teuersten.
Lohnt sich eine SSD mit DRAM-Cache noch?
Für die meisten Nutzer reicht heute eine SSD ohne eigenen DRAM-Cache. Der Aufpreis für DRAM ist laut PC Games Hardware von rund 20 € auf 30 bis 120 € gestiegen. NVMe-SSDs ohne DRAM nutzen stattdessen einen kleinen Teil des Arbeitsspeichers im PC.
Viele SSDs haben einen eigenen DRAM-Baustein, in dem sie die Zuordnung der Daten speichern. Günstige NVMe-SSDs verzichten darauf und nutzen HMB (Host Memory Buffer, Zwischenspeicher im Arbeitsspeicher des PCs). Das Verfahren kam mit dem NVMe-Standard 1.2. Kioxia sieht dabei "equivalent performance" (gleichwertige Leistung) zu einer SSD mit DRAM (Kioxia). Innodisk ist vorsichtiger und spricht von einer Leistung "closer to DRAM-equipped designs" (näher an Modellen mit DRAM) (Innodisk, 13.04.2026).
Für Spiele, Office und das System ist eine SSD ohne DRAM meist ausreichend. Prüf im Datenblatt, ob eine SSD DRAM hat, und vergleiche den Aufpreis mit dem Preis pro TB.
Ist NVMe oder SATA gerade günstiger?
Das hängt von der Kapazität ab. Pro TB liegt der TB-Index für M.2-NVMe-SSDs auf amazon.de gerade bei 126,25 €, die Werte für 2,5-Zoll-SATA-SSDs und M.2-SATA-SSDs stehen oben in der Tabelle. Weil NVMe-SSDs viel schneller sind, lohnt sich ein kleiner Aufpreis meist.
SATA-SSDs sind durch ihre Schnittstelle auf rund 560 MB/s begrenzt, NVMe-SSDs mit PCIe 4.0 schaffen über 7.000 MB/s. In Geräten mit M.2-Steckplatz für NVMe ist NVMe deshalb die Standardwahl. SATA-SSDs lohnen sich vor allem für ältere PCs und Notebooks ohne passenden Steckplatz. Den ausführlichen Vergleich liest du im Ratgeber NVMe oder SATA.
Was sind TLC und QLC und was bedeutet das für den Preis?
TLC-Speicher speichert 3 Bit pro Zelle, QLC-Speicher 4 Bit. QLC bringt mehr Daten auf einen Chip, verträgt aber weniger Schreibvorgänge: Kingston nennt für TLC 3.000 bis 5.000 Schreibzyklen, für QLC rund 1.000. Gerade QLC ist 2026 besonders knapp, weil Rechenzentren ihn in großen Mengen kaufen.
Jede Flash-Zelle verträgt nur eine begrenzte Zahl an Lösch- und Schreibvorgängen. Je mehr Bit in einer Zelle stecken, desto mehr Daten passen auf einen Chip und desto weniger Zyklen hält die Zelle aus (Kingston, 04/2026). Das zeigt sich in den Datenblättern: Die Samsung 870 EVO mit TLC und 1 TB ist für 600 TB geschriebene Daten freigegeben, die 870 QVO mit QLC und 1 TB für 360 TB (Samsung 870 EVO, Samsung 870 QVO).
Früher war QLC die günstige Wahl für viel Speicher. Laut TrendForce ist gerade diese Speicherart jetzt besonders knapp, weil Cloud-Anbieter große QLC-SSDs anstelle von Festplatten kaufen. Der Preisvorteil von QLC ist dadurch kleiner geworden. Für die meisten Nutzer reicht die Haltbarkeit beider Arten trotzdem für viele Jahre, mehr dazu im Ratgeber SSD-Lebensdauer.
Welche SSD lohnt sich bei hohen Preisen?
Bei hohen Preisen zählt vor allem der Preis pro TB im Verhältnis zu Garantie und TBW. Eine SSD mit PCIe 4.0 reicht für fast alle Nutzer, eine SSD ohne DRAM für Spiele und Büro, und günstige Marken lohnen sich, wenn Garantie und Herstellerangaben stimmen.
So sparst du, ohne an der falschen Stelle zu sparen:
- PCIe 4.0 statt 5.0: SSDs mit PCIe 5.0 lohnen sich vor allem, wenn du regelmäßig sehr große Datenmengen kopierst. Für Spiele und System ist PCIe 4.0 meist mehr als genug.
- Ohne DRAM ist oft ausreichend: Wie oben beschrieben, ist der Aufpreis für DRAM gestiegen. Für Spiele und Büro tut es eine SSD mit HMB.
- Garantie und TBW prüfen: Günstige SSDs haben oft eine kürzere Garantie oder eine niedrigere TBW. Rechne den Preis gegen die Garantiejahre.
- Nicht zu klein kaufen: Eine SSD mit 2 TB kostet pro TB oft weniger als eine mit 1 TB, siehe Tabelle oben.
- Festplatte für große Daten: Pro TB kostet eine SSD auf amazon.de gerade das 3,5-Fache einer Festplatte (108,07 € gegen 31,01 € TB-Index). Fotos, Videos und Backups gehören günstiger auf eine Festplatte.
Laut TrendForce sparen auch PC-Hersteller und bauen in neue Geräte kleinere SSDs ein (TrendForce, 30.09.2026). Wer einen neuen PC oder ein Notebook kauft, sollte deshalb prüfen, ob sich die SSD später leicht tauschen oder ergänzen lässt.
Soll ich jetzt eine SSD kaufen oder warten?
Wenn du eine SSD jetzt brauchst, kauf jetzt und achte auf das 90-Tage-Tief. Auf deutlich sinkende Preise zu warten ist eine Wette gegen die Prognosen von TrendForce und den Herstellern, die frühestens ab der 2. Hälfte 2027 mit Entspannung rechnen.
So gehst du vor:
- Bedarf prüfen: Für ein Systemlaufwerk reicht vielen 1 TB, für viele Spiele eher 2 TB. Große Datenmengen gehören pro TB günstiger auf eine Festplatte.
- Bauform klären: M.2 NVMe, M.2 SATA oder 2,5 Zoll SATA. Die Angabe steht im Handbuch des Mainboards oder Notebooks.
- Preis pro TB vergleichen: Eine SSD mit 2 TB kann pro TB günstiger sein als eine mit 1 TB. ratioDB sortiert alle Angebote danach.
- Auf das 90-Tage-Tief achten: Angebote mit dem Abzeichen "90-Tage-Tief" kosten gerade so wenig wie seit 90 Tagen nicht.
- Merken statt raten: Setz Kandidaten auf die Merkliste. ratioDB zeigt dir beim nächsten Besuch, wie sich der Preis seit dem Merken verändert hat.
Lohnt sich eine gebrauchte oder generalüberholte SSD?
Eine gebrauchte SSD kann sich lohnen, wenn der Preis pro TB deutlich unter dem Index für neue SSDs liegt und du ihren Verschleiß prüfen kannst. NVMe-SSDs melden ihren Verschleiß im Wert Percentage Used (verbrauchte Lebensdauer in Prozent), 100 heißt: die angegebene Haltbarkeit ist erreicht.
Laut Microsoft ist Percentage Used eine Schätzung des Herstellers. Ein Wert von 100 bedeutet, dass die angegebene Haltbarkeit verbraucht ist, nicht zwingend, dass die SSD ausfällt (Microsoft Learn). Tools wie CrystalDiskInfo zeigen den Wert an. Lass dir bei gebrauchten SSDs am besten einen Screenshot davon schicken oder prüf ihn direkt nach dem Kauf.
Bei Angeboten, die Amazon als generalüberholt verkauft, gilt auf amazon.de laut PC-WELT eine Garantie von 1 Jahr (PC-WELT, 11.11.2025). ratioDB zeigt gebrauchte und generalüberholte Angebote mit ihrem Zustand an und rechnet sie nie in den TB-Index. Wie du gebrauchte Laufwerke sicher kaufst, erklärt der Ratgeber Gebrauchte Festplatten.
Was ist ein guter Preis pro TB für eine SSD?
Ein guter Preis liegt am oder unter dem TB-Index der jeweiligen SSD-Art. Für M.2-NVMe-SSDs sind das auf amazon.de gerade 126,25 € pro TB, für alle SSDs zusammen 108,07 € pro TB. Das 90-Tage-Tief des Gesamtindex lag bei 97,00 € pro TB.
Der TB-Index ist ein ehrlicher Maßstab, weil er aus den 10 günstigsten neuen Angeboten gebildet wird. Liegt ein Angebot deutlich darüber, gibt es fast immer günstigere Alternativen mit gleicher Kapazität. Generalüberholte und gebrauchte SSDs zeigt ratioDB getrennt an und rechnet sie nie in den Index.
Achte beim Vergleich auf die Haltbarkeit: Günstige SSDs haben oft eine niedrigere TBW (maximal geschriebene Datenmenge laut Hersteller). Was das für die Lebensdauer bedeutet, erklärt der Ratgeber SSD-Lebensdauer.
Sind auch Festplatten und RAM teurer geworden?
Ja, alle Speicherarten sind betroffen. Auf amazon.de hat sich der TB-Index für Festplatten in 90 Tagen um +6,2 % verändert, der Index für Arbeitsspeicher um +4,9 %. In der Stichprobe von ComputerBase waren Festplatten im August 2026 sogar 129 % teurer als im September 2025.
Festplatten leiden unter demselben Engpass, der Cloud-Anbieter zu SSDs treibt. Arbeitsspeicher ist von der KI-Nachfrage noch stärker betroffen. Die aktuellen Preise je Gruppe findest du auf den Seiten Festplatten Preise pro TB und Arbeitsspeicher Preise pro GB. Ob sich für deine Daten eine Festplatte mehr lohnt, zeigt der Ratgeber SSD oder HDD.
Wie misst ratioDB die SSD-Preise?
ratioDB ruft die amazon.de-Preise aller 281 gelisteten SSD-Angebote alle 2 Stunden ab und rechnet sie in Preis pro TB um. Der TB-Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote, die Veränderung vergleicht nur Angebote mit Preis an beiden Tagen.
Jedes Angebot steht mit Zustand (neu, generalüberholt, gebraucht), Preis, Kapazität und Zeitstempel in der Liste. Mehrfachpackungen teilt ratioDB durch die Gesamtkapazität. Versandkosten sind nicht enthalten. Alle Regeln stehen auf der Seite Methodik. Die vollständige Liste aller SSDs findest du unter SSD Preise pro TB.
Häufige Fragen zu SSD-Preisen
Warum sind SSDs 2026 so teuer?
KI-Rechenzentren kaufen sehr viel Flash-Speicher, der Mangel an großen Festplatten treibt Cloud-Anbieter zusätzlich zu SSDs, und die Hersteller verlagern Kapazität zu Arbeitsspeicher. Für das 1. und 2. Quartal 2026 erwartete TrendForce bei den Vertragspreisen für Flash-Speicher jeweils mehr als 50 % Plus.
Wann werden SSDs wieder billiger?
TrendForce erwartet eine Entspannung frühestens in der 2. Hälfte 2027. SanDisk rechnet mit knapper Ware über 2027 hinaus, Micron mit anhaltender Knappheit bis 2028. Das sind Prognosen, die sich ändern können.
Steigen die SSD-Preise noch weiter?
Auf amazon.de hat sich der TB-Index für SSDs in den letzten 7 Tagen um +0,4 % und in 30 Tagen um +1,5 % verändert (Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr). TrendForce erwartet für das 4. Quartal 2026 weitere 15 bis 20 % bei den Vertragspreisen.
Was kostet eine SSD mit 1 TB gerade?
Die günstigste neue NVMe-SSD mit 1 TB auf amazon.de ist gerade KingSpec NX-2280 1 TB für 133,99 € (Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr). Die vollständige Liste zeigt alle Modelle sortiert nach Preis pro TB.
Sind große SSDs günstiger pro TB?
Oft ja, aber nicht immer. Auf amazon.de ist die günstigste Größe pro TB gerade in der Tabelle oben zu sehen. PC Games Hardware hat 2026 beobachtet, dass große SSDs pro TB teils günstiger sind als SSDs mit 1 TB.
Sind QLC-SSDs noch günstiger als TLC-SSDs?
Meist ja, aber der Abstand ist kleiner geworden. Laut TrendForce ist QLC besonders knapp, weil Cloud-Anbieter große QLC-SSDs anstelle von Festplatten kaufen. QLC verträgt außerdem weniger Schreibvorgänge, Kingston nennt rund 1.000 Zyklen gegenüber 3.000 bis 5.000 bei TLC.
Wie viel teurer ist eine SSD pro TB als eine Festplatte?
Auf amazon.de liegt der TB-Index für SSDs gerade bei 108,07 € pro TB, für Festplatten bei 31,01 € pro TB. Eine SSD kostet pro TB also das 3,5-Fache (Stand 28.10.2026 um 03:17 Uhr).
Werden SSDs wegen künstlicher Intelligenz teurer?
Ja, zum großen Teil. TrendForce erwartet für 2026 mehr als 80 % mehr Speicher für SSDs in Rechenzentren. SanDisk hat den Anteil des Geschäfts mit Rechenzentren in einem Jahr von 12 auf 38 % gesteigert.
Quellen
- TrendForce: 2. Quartal 2025 (26.03.2025), 3. Quartal 2025 (09.07.2025), 4. Quartal 2025 (25.09.2025), 1. Quartal 2026 erste Prognose (05.01.2026), 1. Quartal 2026 angehoben (02.02.2026), Marktanteile 2. Quartal 2026 (18.08.2026), 4. Quartal 2026 (30.09.2026), Kioxia und Ausblick 2027 (31.07.2026)
- TrendForce in anderen Medien: I-Connect007, Festplatten-Engpass (16.09.2025), TechNews, 2. Quartal 2026 (31.03.2026), I-Connect007, Marktanteile 1. Quartal 2026 (25.05.2026), Chinatimes, 3. Quartal 2026 (03.07.2026)
- Hersteller: GuruFocus zu SanDisk (05.08.2026), Guru3D zu Micron (01.10.2026), Kioxia: HMB, Innodisk: HMB (13.04.2026)
- PC Games Hardware: Speicherpreise August 2026 (16.08.2026), SSD-Preise pro TB (14.09.2026)
- Notebookcheck mit 3DCenter-Index (15.06.2026), Tom's Hardware mit ComputerBase-Daten (17.02.2026)
- Kingston: SLC, MLC, TLC und QLC (04/2026), Samsung: 870 EVO, 870 QVO
- Microsoft Learn: NVMe Health Log, PC-WELT: Amazon Renewed (11.11.2025)
- ratioDB: tägliche amazon.de-Preise, Methodik