VRAM: Wie viel Grafikspeicher brauchst du?

VRAM (Video RAM) ist der Grafikspeicher auf der Grafikkarte. Dort liegen Texturen, Bildpuffer und andere Daten, die der Grafikchip schnell braucht. Aktuelle Grafikkarten nutzen GDDR6 oder GDDR7, etwa die NVIDIA GeForce RTX 5070 mit 12 GB GDDR7. Der Arbeitsspeicher (RAM) des PCs ist ein eigener Speicher für Prozessor und Programme.
Dieser Ratgeber erklärt, was VRAM ist, wie viel Grafikspeicher Spiele laut ihren Systemanforderungen verlangen, wie du die Belegung in Windows prüfst und was passiert, wenn der VRAM nicht reicht. Die Angaben stammen von Microsoft, JEDEC (dem Normungsgremium für Speicherchips), Intel, NVIDIA, PCI-SIG und aus den Systemanforderungen eines aktuellen Spiels. ratioDB führt keine Grafikkarten, wir vergleichen die Preise von Arbeitsspeicher, SSDs und Festplatten. Die Live-Preise für DDR5-RAM von amazon.de stehen weiter unten (Stand 29.10.2026 um 15:17 Uhr).
Was ist VRAM?
VRAM ist der Speicher, der fest zur Grafikkarte gehört. Microsoft beschreibt ihn als den Speicher, der auf der Grafikkarte sitzt und exklusiv für die GPU reserviert ist. In Windows heißt er im Task-Manager "Dedizierter GPU-Speicher".
Der Grafikchip (GPU) braucht für jedes Bild große Datenmengen: Texturen, Modelle, Schatten und die fertigen Bilder selbst. Damit er nicht auf den langsameren Weg zum Arbeitsspeicher des PCs angewiesen ist, hat eine eigene Grafikkarte ihren eigenen, sehr schnellen Speicher. Wie viel VRAM eine Karte hat, steht im Datenblatt, etwa 8, 12 oder 16 GB.
Integrierte Grafik im Prozessor hat keine eigenen Speicherchips. Sie nutzt den Arbeitsspeicher, laut Microsoft ist bei manchen Modellen ein Teil davon fest für die Grafik reserviert. Mehr dazu weiter unten.
Was ist der Unterschied zwischen VRAM und Arbeitsspeicher?
VRAM sitzt auf der Grafikkarte und gehört der GPU, Arbeitsspeicher steckt als Modul auf dem Mainboard und dient dem Prozessor und den Programmen. Grafikkarten nutzen GDDR6 oder GDDR7, der Arbeitsspeicher in aktuellen PCs DDR5 oder DDR4.
| Merkmal | VRAM | Arbeitsspeicher (RAM) |
|---|---|---|
| Ort | auf der Grafikkarte | als Modul auf dem Mainboard |
| Hauptnutzer | Grafikchip (GPU) | Prozessor (CPU) und Programme |
| Speichertyp heute | GDDR6, GDDR7 | DDR5, DDR4 |
| Anzeige im Task-Manager | Dedizierter GPU-Speicher | Arbeitsspeicher |
| Bei integrierter Grafik | keine eigenen Speicherchips | ein Teil wird als Grafikspeicher genutzt |
Spiele brauchen beides. Indiana Jones and the Great Circle nennt in seinen Anforderungen zum Beispiel 8 GB VRAM und 16 GB Arbeitsspeicher als Minimum. Wie viel Arbeitsspeicher du brauchst, klärt der Ratgeber Wie viel RAM brauche ich?.
Welche Arten von VRAM gibt es?
Auf Spiele-Grafikkarten stecken heute vor allem GDDR6 und GDDR7. JEDEC hat den Standard GDDR7 (JESD239) am 5. März 2024 veröffentlicht. Laut JEDEC schafft GDDR7 bis zu 192 GB/s pro Speicherchip, doppelt so viel wie GDDR6.
GDDR steht für Graphics Double Data Rate, also Grafikspeicher mit doppelter Datenrate. GDDR7 überträgt laut JEDEC mit PAM3, einem Verfahren mit 3 Spannungsstufen, das die Signalqualität bei hohen Frequenzen verbessert. JEDEC nennt als Einsatz Grafik, Spiele, Rechenaufgaben, Netzwerke und KI. NVIDIA nutzt GDDR7 zum Beispiel in der GeForce RTX 5070, die laut NVIDIA 12 GB GDDR7 hat.
Wichtig für den Vergleich: Eine Grafikkarte hat mehrere Speicherchips, die Bandbreite der Karte ergibt sich aus der Zahl der Chips und ihrer Geschwindigkeit. Die Gesamtbandbreite steht im Datenblatt der Karte.
Wie viel VRAM brauchst du für 1080p und 1440p?
Das legt jedes Spiel selbst fest. Indiana Jones and the Great Circle nennt auf Steam für 1080p mit niedrigen Details und 60 Bildern pro Sekunde Karten mit 8 GB, für 1440p mit hohen Details Karten mit 12 GB. Für 4K schau in die Anforderungen deines Spiels.
Die Systemanforderungen von Indiana Jones and the Great Circle auf Steam:
| Stufe | Auflösung und Ziel | Grafikkarte laut Steam | VRAM | Arbeitsspeicher |
|---|---|---|---|---|
| Minimum | 1080p, niedrige Details, 60 Bilder pro Sekunde | GeForce RTX 2060 SUPER, Radeon RX 6600 | 8 GB | 16 GB |
| Empfohlen | 1440p, hohe Details, 60 Bilder pro Sekunde | GeForce RTX 3080 Ti, Radeon RX 7700 XT | 12 GB | 32 GB |
Beide Stufen verlangen laut Steam-Seite außerdem eine SSD und Raytracing in Hardware. Die Werte gelten für dieses Spiel. Andere Spiele nennen eigene Zahlen, manche auch eigene Stufen für 4K. Wenn du eine Grafikkarte auswählst, vergleiche die Anforderungen der Spiele, die du spielen willst, und plane etwas Reserve für kommende Titel ein.
Wie siehst du, wie viel VRAM belegt ist?
In Windows öffnest du den Task-Manager, wählst "Leistung" und dann deine GPU. Unter den Diagrammen stehen "Dedizierter GPU-Speicher" (der VRAM) und "Gemeinsam genutzter GPU-Speicher". Laut Microsoft braucht diese Anzeige einen Grafiktreiber mit WDDM 2.0 oder neuer.
So gehst du vor:
- Task-Manager mit Strg, Umschalt und Esc öffnen.
- Den Bereich "Leistung" wählen.
- Links die Grafikkarte (GPU) anklicken.
- Unter den Diagrammen die Werte für dedizierten und gemeinsam genutzten GPU-Speicher ablesen.
Laut Microsoft zeigt die Ansicht "Leistung" die Belegung aller Programme zusammen. Wie viel Grafikspeicher ein einzelnes Programm nutzt, siehst du im Bereich "Details": Rechtsklick auf die Spaltenköpfe, "Spalten auswählen" und die Spalten für den GPU-Speicher hinzufügen. Starte das Spiel, spiele eine Weile und schau dann nach, wie nah die Belegung am Gesamtwert liegt.
Was passiert, wenn der VRAM voll ist?
Dann muss die Grafikkarte auf gemeinsam genutzten GPU-Speicher ausweichen, also auf normalen Arbeitsspeicher. Laut Microsoft kann die GPU davon bis zu etwa die Hälfte nutzen. Der Weg über PCI Express ist langsamer als der eigene VRAM: PCIe 5.0 schafft mit 16 Leitungen bis zu 128 GB/s, ein einzelner GDDR7-Chip bis zu 192 GB/s.
Microsoft beschreibt den gemeinsam genutzten Speicher als normalen Arbeitsspeicher, den GPU und CPU beide verwenden können. Die Daten laufen dann über die Verbindung zwischen Grafikkarte und Mainboard. Laut PCI-SIG erreicht PCI Express 5.0 mit 16 Leitungen bis zu 128 GB/s, das ist die Summe beider Richtungen. Ein einzelner GDDR7-Chip schafft laut JEDEC bis zu 192 GB/s, und eine Grafikkarte hat mehrere davon. Der eigene VRAM ist also deutlich schneller angebunden.
Spiele gehen unterschiedlich damit um, wenn der VRAM knapp wird. Deshalb nennen die Hersteller in den Systemanforderungen Grafikkarten mit einer bestimmten Menge VRAM. Liegt deine Belegung im Task-Manager dauerhaft am Limit, helfen niedrigere Texturdetails oder eine niedrigere Auflösung.
Wie funktioniert geteilter Grafikspeicher bei integrierter Grafik?
Integrierte Grafik nutzt den Arbeitsspeicher als Grafikspeicher. Laut Intel wird er dynamisch zugeteilt und ist bei den meisten Intel-Prozessoren vom Betriebssystem auf die Hälfte des Arbeitsspeichers begrenzt. Mehr RAM erhöht den möglichen Grafikspeicher, laut Intel ab Core-Prozessoren der 5. Generation.
Intel schreibt, dass der Treiber aus Gründen der Kompatibilität 128 MB "dedizierten" Videospeicher meldet, obwohl die Grafik den Arbeitsspeicher nutzt. Wie viel davon ein einzelnes Programm bekommt, kannst du nicht festlegen, die Zuteilung passt sich an. Die tatsächliche Grenze kann laut Intel niedriger liegen, je nach Hersteller des Geräts, BIOS und Einstellungen.
Für integrierte Grafik zählt deshalb der Arbeitsspeicher doppelt: seine Menge und seine Geschwindigkeit. Warum 2 Module schneller sind als 1, erklärt der Ratgeber Dual Channel.
Wie viel Speicher brauchen lokale KI-Modelle?
Das hängt von der Größe des Modells ab. Das Projekt Ollama nennt als Richtwert mindestens 8 GB Arbeitsspeicher für Modelle mit 7 Milliarden Parametern (7B), 16 GB für 13B und 32 GB für 33B. Größere Modelle brauchen entsprechend mehr Speicher.
Ollama ist ein Programm, mit dem du Sprachmodelle auf dem eigenen Rechner ausführst. Die Werte von Ollama beziehen sich auf den verfügbaren Arbeitsspeicher. Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf mit der Modellgröße steigt. Prüfe für dein Modell und dein Programm die Angaben des Anbieters, bevor du Grafikkarte oder Arbeitsspeicher kaufst.
Kann mehr Arbeitsspeicher fehlenden VRAM ersetzen?
Bei einer eigenen Grafikkarte nur als Notlösung: Der gemeinsam genutzte Speicher ist Arbeitsspeicher und über PCI Express langsamer angebunden. Bei integrierter Grafik dagegen erhöht mehr Arbeitsspeicher laut Intel den möglichen Grafikspeicher.
Wer integrierte Grafik nutzt oder lokale KI-Modelle im Arbeitsspeicher laufen lässt, profitiert also von mehr RAM. Beim Preis lohnt ein Blick auf den Trend: Der TB-Index für DDR5-Desktop-RAM steht bei 16,25 € pro GB, die Veränderung liegt bei +14,2 % in 30 Tagen und +32,9 % in 90 Tagen.
Die günstigsten DDR5-Kits mit 2 Modulen auf amazon.de (Stand 29.10.2026 um 15:17 Uhr):
| Ausbau | Günstigstes Kit | Module | Takt und CL | Preis | Preis pro GB |
|---|---|---|---|---|---|
| 16 GB | Patriot Viper Venom 2 × 8 GB | 2 × 8 GB | 5.600 MT/s CL40 | 277,90 € | 17,37 € |
| 32 GB | Crucial Pro 2 × 16 GB | 2 × 16 GB | 6.000 MT/s CL36 | 499,99 € | 15,62 € |
| 64 GB | Crucial Pro 2 × 32 GB | 2 × 32 GB | 6.400 MT/s CL40 | 952,74 € | 14,89 € |
Ein Kit mit 32 GB kostet gerade mindestens 499,99 € (Crucial Pro 2 × 16 GB). Mit 64 GB sind es 952,74 € (Crucial Pro 2 × 32 GB). Wie sich die Preise entwickeln, erklärt der Ratgeber RAM-Preise, den Unterschied der Generationen der Ratgeber DDR5 oder DDR4. Alle Kits stehen unter DDR5-RAM 32 GB und DDR5-Laptop-RAM.
Wie vergleicht ratioDB Arbeitsspeicher?
ratioDB ruft die amazon.de-Preise von Arbeitsspeicher regelmäßig ab und rechnet sie in Preis pro GB um. Kits zählen mit ihrer Gesamtkapazität. Der TB-Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote einer Produktart. Grafikkarten führt ratioDB nicht.
Takt und CL in den Tabellen stammen aus den Angaben im Angebotstitel. Die Tabellen zeigen nur neue Angebote bekannter Hersteller. Gebrauchte und generalüberholte Angebote sind gekennzeichnet und zählen nie zum Index. Alle Regeln stehen auf der Seite Methodik, aller Arbeitsspeicher unter RAM Preise pro GB. Wie du einen neuen PC mit SSD und RAM aufbaust, zeigt der Ratgeber PC zusammenbauen, wie der Prozessor den ganzen VRAM auf einmal ansprechen kann, der Ratgeber Resizable BAR aktivieren.
Häufige Fragen zum VRAM
Was bedeutet VRAM?
VRAM steht für Video RAM, den Grafikspeicher auf der Grafikkarte. Im Task-Manager von Windows heißt er "Dedizierter GPU-Speicher".
Wie viel VRAM brauche ich zum Spielen?
Das legt jedes Spiel fest. Indiana Jones and the Great Circle nennt auf Steam 8 GB für 1080p mit niedrigen Details und 12 GB für 1440p mit hohen Details, jeweils mit 60 Bildern pro Sekunde.
Sind 8 GB VRAM noch genug?
Für das Minimum von Indiana Jones and the Great Circle ja: Das Spiel nennt für 1080p mit niedrigen Details Karten mit 8 GB. Für höhere Auflösungen und Details verlangt dasselbe Spiel 12 GB.
Wie prüfe ich, wie viel VRAM ich habe?
Im Task-Manager unter "Leistung" bei deiner GPU. Dort steht der dedizierte GPU-Speicher, also dein VRAM, und wie viel davon gerade belegt ist.
Was ist gemeinsam genutzter GPU-Speicher?
Laut Microsoft ist das normaler Arbeitsspeicher, den GPU und CPU beide nutzen können. Die GPU kann davon bis zu etwa die Hälfte verwenden. Er ist über PCI Express langsamer angebunden als der VRAM auf der Karte.
Kann ich VRAM aufrüsten?
Den VRAM einer Grafikkarte legt der Hersteller fest, er steht im Datenblatt der Karte. Mehr VRAM bekommst du mit einer anderen Grafikkarte. Bei integrierter Grafik erhöht mehr Arbeitsspeicher laut Intel den möglichen Grafikspeicher.
Was ist der Unterschied zwischen GDDR6 und GDDR7?
GDDR7 ist der Nachfolger von GDDR6. Laut JEDEC schafft ein GDDR7-Chip bis zu 192 GB/s, doppelt so viel wie GDDR6, und überträgt mit dem Verfahren PAM3.
Quellen
- Microsoft: GPUs im Task-Manager, dedizierter und gemeinsam genutzter Speicher (englisch)
- JEDEC: JEDEC veröffentlicht den Standard GDDR7 (englisch)
- NVIDIA: GeForce RTX 5070 (englisch)
- Intel: Häufige Fragen zum Grafikspeicher bei Intel-Grafik (englisch)
- PCI-SIG: Spezifikation PCI Express 5.0 mit 32 GT/s (englisch)
- Steam: Indiana Jones and the Great Circle, Systemanforderungen (englisch)
- Ollama: README mit Speicher-Richtwerten (englisch)
- ratioDB: amazon.de-Preise, Methodik