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Resizable BAR aktivieren: So nutzt die CPU den ganzen Grafikspeicher

Von Engin BuldakVeröffentlicht Zahlen live, Stand 29.10.2026, 15:17 Uhr9 Min. Lesezeit

Coverbild Resizable BAR aktivieren mit der Kurve des Index pro GB für DDR5-Desktop-RAM auf amazon.de

Resizable BAR ist eine Funktion von PCI Express, mit der der Prozessor auf den gesamten Grafikspeicher (VRAM) einer Grafikkarte zugreifen kann statt nur auf einen kleinen Ausschnitt. NVIDIA unterstützt sie seit dem 30.03.2021 bei der GeForce RTX 30, AMD nennt sie Smart Access Memory, Intel empfiehlt sie für Arc-Grafikkarten.

Dieser Ratgeber erklärt, was Resizable BAR macht, welche Voraussetzungen NVIDIA, AMD und Intel nennen, wie du die Funktion im BIOS einschaltest, wie du prüfst, ob sie läuft, und was sie laut den Herstellern bringt. Die Angaben stammen aus Seiten von NVIDIA, AMD, Intel, Microsoft und TechPowerUp. ratioDB testet keine Hardware selbst und führt keine Grafikkarten. Die Live-Preise für Arbeitsspeicher und SSDs von amazon.de stehen weiter unten (Stand 29.10.2026 um 15:17 Uhr).

Was ist Resizable BAR?

Resizable BAR ist eine optionale Technik der Schnittstelle PCI Express. BAR steht für Base Address Register. Laut NVIDIA kann der Prozessor damit effizient auf den gesamten Bildspeicher der Grafikkarte zugreifen, Daten gehen dann in großen Stücken statt in vielen kleinen Übertragungen.

Microsoft beschreibt den Ausgangspunkt: Eine Grafikkarte zeigt dem System über den PCI-Bus normalerweise nur einen kleinen Teil ihres Speichers. Aus Gründen der Kompatibilität mit 32-Bit-Betriebssystemen beanspruchen Grafikkarten dafür meist einen Bereich von 256 MB. Unterstützt die Grafikkarte einen veränderbaren BAR, handelt Windows ab dem Treibermodell WDDM 2.0 dessen Größe nach dem Start neu aus. Klappt das, ist der BAR laut Microsoft auf seine volle Größe erweitert und der gesamte VRAM der Grafikkarte erreichbar.

Die Funktion ist in einer Spezifikation der PCI-SIG festgelegt, dem Gremium hinter PCI Express. Intel beschreibt Resizable BAR als Fähigkeit von PCI Express, mit der ein Gerät wie eine Grafikkarte die Größe des BAR aushandeln kann, um die Ressourcen des Systems besser zu nutzen.

Was ist der Unterschied zu Smart Access Memory?

Smart Access Memory (SAM) ist der Name von AMD für dieselbe Idee: Laut AMD bekommt ein Ryzen-Prozessor vollen Zugriff auf den Grafikspeicher einer Radeon-Grafikkarte. Intel schreibt, dass die Option im BIOS auch Re-Size BAR, Smart Access Memory oder Clever Access Memory heißen kann.

Die Namen im Überblick:

NameWer nutzt ihnWo du ihn findest
Resizable BARNVIDIA, Intel, PCI-SIGTreiber, Systeminformationen, Spezifikation
Re-Size BAR SupportMainboard-HerstellerBIOS
Smart Access MemoryAMDBIOS mancher Mainboards, AMD Software
Clever Access Memorylaut Intel weiterer Name im BIOSBIOS mancher Mainboards
Above 4G DecodingMainboard-HerstellerBIOS, Voraussetzung für Resizable BAR

Welche Voraussetzungen braucht Resizable BAR?

Du brauchst eine Grafikkarte, einen Prozessor und ein Mainboard, die Resizable BAR unterstützen, ein aktuelles BIOS, den Startmodus UEFI ohne CSM und einen passenden Treiber. Welche Modelle genau dazugehören, nennen NVIDIA, AMD und Intel jeweils für ihre Produkte.

Die Angaben der Hersteller:

HerstellerGrafikkarteProzessor und MainboardSonst nötig
NVIDIA (Stand 30.03.2021)GeForce RTX 30 mit passendem VBIOSAMD Ryzen 5000 (Zen 3) auf Serie 400 mit Zen-3-Support und Serie 500, Intel Core 10. Generation (Z490, H470, B460, H410) und 11. GenerationBIOS-Update des Mainboards, Treiber ab 465.89
AMDRadeon 6000Ryzen 5000 oder 3000 (außer Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G), Mainboard der Serie 500neuestes BIOS
IntelArcMainboard mit Firmware, die Resizable BAR unterstütztCSM aus, Startmodus UEFI

Die Liste von NVIDIA stammt aus der Ankündigung vom 30.03.2021, die von AMD aus einer Fußnote der Seite zu den AMD Smart Technologies. Ob ein neueres Modell Resizable BAR unterstützt, steht auf der Produktseite des Herstellers. Bei NVIDIA brauchen laut der Ankündigung manche Karten der RTX 30 erst ein Update des VBIOS (Firmware der Grafikkarte): Die RTX 3060 hatte die Unterstützung ab Werk, RTX 3060 Ti, 3070, 3080 und 3090 brauchten unter Umständen ein Update über das Werkzeug von NVIDIA oder des Kartenherstellers.

Wie aktiviere ich Resizable BAR im BIOS?

Öffne das BIOS mit Entf, schalte CSM oder Legacy Mode aus und den Startmodus UEFI ein, stelle Above 4G Decoding und Re-Size BAR Support auf Enabled oder Auto und speichere. So beschreibt es Intel. Danach prüfst du im Treiber der Grafikkarte, ob die Funktion aktiv ist.

Die Schritte laut Intel, ergänzt um den Hinweis von NVIDIA zum BIOS-Update:

  1. BIOS aktualisieren: NVIDIA nennt ein Update des Mainboard-BIOS als Voraussetzung, Intel empfiehlt die neueste Firmware mit Unterstützung für Resizable BAR. Die Datei gibt es auf der Support-Seite deines Mainboards.
  2. BIOS öffnen: Beim Start Entf drücken. Intel weist darauf hin, dass die Taste je Hersteller anders sein kann.
  3. CSM ausschalten: Das Compatibility Support Module (CSM) oder den Legacy Mode deaktivieren und den Startmodus UEFI aktivieren.
  4. Above 4G Decoding einschalten: Auf Enabled stellen, gibt es das nicht, auf Auto.
  5. Re-Size BAR Support einschalten: Ebenfalls auf Enabled oder Auto. Die Option kann laut Intel auch Smart Access Memory oder Clever Access Memory heißen.
  6. Speichern und neu starten: Danach im Treiber prüfen (siehe unten).

Vorsicht beim Abschalten von CSM: Wurde Windows früher im alten BIOS-Modus auf einer Platte mit MBR-Partitionierung installiert, passt das nicht zum reinen UEFI-Start. Microsoft liefert dafür das Werkzeug MBR2GPT mit, es wandelt eine Platte laut Microsoft von MBR in GPT um, ohne Daten zu ändern oder zu löschen. Nach der Umwandlung muss die Firmware laut Microsoft auf den Start im UEFI-Modus umgestellt werden. Sichere vorher deine Daten. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Backup nach 3-2-1.

Wie prüfe ich, ob Resizable BAR aktiv ist?

Bei NVIDIA öffnest du die NVIDIA-Systemsteuerung, klickst unten links auf Systeminformationen und suchst Resizable BAR. Steht dort Ja, ist die Funktion aktiv. Bei AMD steht Smart Access Memory in der AMD Software unter Leistung und Tuning. Intel empfiehlt den Intel Driver and Support Assistant.

Die Wege im Überblick:

GrafikkarteWerkzeugWo du nachsiehst
NVIDIA GeForceNVIDIA-SystemsteuerungSysteminformationen, Eintrag Resizable BAR
AMD RadeonAMD SoftwareLeistung, Tuning, Smart Access Memory
Intel ArcIntel Driver and Support AssistantAnzeige von Resizable BAR
alleGPU-Z (TechPowerUp)Hauptfenster, neben dem Status für mehrere GPUs

Steht bei NVIDIA Nein, rät NVIDIA, Resizable BAR im BIOS des Mainboards einzuschalten und neu zu starten. GPU-Z zeigt den Status laut TechPowerUp seit Version 2.38.0 im Hauptfenster an, das Programm meldet dort, ob Resizable BAR unterstützt wird und ob es aktiv ist.

Was bringt Resizable BAR?

NVIDIA schreibt, dass manche Spiele um ein paar Prozent profitieren, bis zu 12 %. Andere Spiele werden langsamer, deshalb schaltet NVIDIA die Funktion über Spieleprofile nur dort ein, wo sie hilft. Intel schreibt, dass Arc-Grafikkarten Resizable BAR für die beste Leistung brauchen.

Die Aussagen der Hersteller im Vergleich:

HerstellerAussage zum Nutzen
NVIDIAmanche Spiele ein paar Prozent schneller, bis zu 12 %, einige verlieren Leistung, Freigabe per Spieleprofil
AMDhöhere Leistung in ausgewählten Spielen, ohne Zahlen auf der Seite zu Smart Access Memory
IntelArc läuft auch ohne Resizable BAR, für die beste Leistung muss es aber aktiv sein

Für dich heißt das: Resizable BAR ist kein Schalter für pauschal mehr Bilder pro Sekunde. Bei NVIDIA entscheidet der Treiber je Spiel, ob die Funktion genutzt wird. Bei Intel Arc solltest du sie in jedem Fall einschalten, denn ohne Resizable BAR nennt Intel die Leistung nicht optimal. ratioDB hat keine eigenen Messungen, die Werte oben sind Angaben der Hersteller.

Hat Resizable BAR etwas mit RAM und VRAM zu tun?

Ja, aber es vergrößert keinen Speicher. Der Grafikspeicher (VRAM) auf der Karte und der Arbeitsspeicher (RAM) im PC bleiben gleich groß. Resizable BAR ändert nur, wie viel vom VRAM der Prozessor auf einmal ansprechen kann: laut Microsoft den gesamten VRAM statt meist 256 MB.

Wie viel VRAM du für Spiele brauchst, hängt an Auflösung und Spiel, mehr dazu im Ratgeber VRAM: Wie viel Grafikspeicher brauchst du?. Für den Arbeitsspeicher gelten eigene Regeln: Wie viel RAM ein Spiele-PC braucht, klärt der Ratgeber Wie viel RAM brauche ich?, warum 2 Module besser sind als 1, der Ratgeber Dual Channel.

Der Index für DDR5-Desktop-RAM liegt auf amazon.de bei 16,25 € pro GB. Das günstigste Kit mit 32 GB ist Crucial Pro 2 × 16 GB für 499,99 € (Stand 29.10.2026 um 15:17 Uhr).

Günstigste DDR5-Desktop-Kits je Ausbau auf amazon.de, Stand 29.10.2026 um 15:17 Uhr

AusbauGünstigstes DDR5-KitModuleTakt laut TitelPreisPreis pro GB
16 GBPatriot Viper Venom 16 GB1 × 16 GB6.000 MT/s259,90 €16,24 €
32 GBCrucial Pro 2 × 16 GB2 × 16 GB6.000 MT/s499,99 €15,62 €
64 GBCrucial Pro 2 × 32 GB2 × 32 GB6.400 MT/s952,74 €14,89 €

Alle Kits findest du unter DDR5-RAM für Desktop-PCs, Kits mit 32 GB unter DDR5 32 GB und mit 64 GB unter DDR5 64 GB. Damit dein Kit seinen vollen Takt erreicht, schaltest du im selben BIOS das Speicherprofil ein, wie es der Ratgeber XMP aktivieren zeigt.

Welche SSD passt zu einem Spiele-PC mit Resizable BAR?

Resizable BAR betrifft die Verbindung zwischen Prozessor und Grafikkarte. Die SSD wählst du davon unabhängig, für einen Spiele-PC meist als M.2-SSD mit NVMe. Der TB-Index für M.2-SSDs mit NVMe liegt auf amazon.de bei 127,04 € pro TB.

Grafikkarte und M.2-SSD hängen beide an PCI Express. Welche Steckplätze dein Mainboard wie anbindet, steht in seinem Handbuch. Welche SSD sich für Spiele lohnt, zeigt der Ratgeber Gaming-SSD, ob PCIe 5.0 schon nötig ist, der Ratgeber PCIe-5.0-SSD. Alle Modelle stehen unter SSD M.2 NVMe.

Kann ich Resizable BAR bei einem älteren PC nachrüsten?

Nur, wenn Grafikkarte, Prozessor und Mainboard die Funktion unterstützen. NVIDIA nennt ein BIOS-Update des Mainboards und bei manchen Karten ein VBIOS-Update als Voraussetzung. Bietet das BIOS auch nach dem Update keine Option für Re-Size BAR, fehlt deinem System die Unterstützung.

So gehst du vor:

  • Grafikkarte prüfen: Steht deine Karte in der Liste des Herstellers? Bei NVIDIA brauchten laut Ankündigung einige Karten der RTX 30 ein VBIOS-Update.
  • Prozessor und Mainboard prüfen: Die Listen von NVIDIA und AMD nennen Prozessoren und Chipsätze. Für dein Mainboard hilft die Support-Seite des Herstellers.
  • BIOS aktualisieren: Danach erscheint die Option Re-Size BAR Support, wenn das Mainboard sie unterstützt.
  • Startmodus prüfen: Läuft Windows noch im alten BIOS-Modus, brauchst du vor dem Abschalten von CSM eine Platte mit GPT, siehe MBR2GPT oben.

Bei Intel Arc ist der Aufwand besonders sinnvoll, weil Intel die beste Leistung nur mit Resizable BAR nennt. Bei NVIDIA entscheidet ohnehin der Treiber je Spiel.

Wie hilft ratioDB beim Aufrüsten?

ratioDB führt keine Grafikkarten, vergleicht aber Arbeitsspeicher pro GB und SSDs pro TB. Die amazon.de-Preise werden regelmäßig abgerufen, der Index ist jeweils der Median der 10 günstigsten neuen Angebote einer Liste. ratioDB testet keine Hardware selbst.

Takt und Ausbau der RAM-Kits stammen aus den Angebotstiteln. Fehlt eine Angabe, steht in den Tabellen "k. A.". Gebrauchte Angebote sind gekennzeichnet und zählen nie zum Index. Alle Regeln stehen auf der Seite Methodik, alle Speicher unter Arbeitsspeicher Preise pro GB und SSD Preise pro TB.

Über den Autor

Engin Buldak baut ratioDB. Er ist Nerd und auf Reddit unterwegs. ratioDB ist sein Werkzeug, um Speicher so zu vergleichen, wie Nerds es tun: nach Preis pro TB, mit offener Rechnung und ohne Werbebanner.

Häufige Fragen zu Resizable BAR

Soll ich Resizable BAR aktivieren?

Wenn dein System es unterstützt, ja. Bei NVIDIA nutzt der Treiber die Funktion nur in Spielen, die laut NVIDIA davon profitieren. Bei Intel Arc ist sie laut Intel für die beste Leistung nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Resizable BAR und Smart Access Memory?

Smart Access Memory ist der Name von AMD für den vollen Zugriff eines Ryzen-Prozessors auf den Speicher einer Radeon-Grafikkarte. Im BIOS kann die Option laut Intel Re-Size BAR, Smart Access Memory oder Clever Access Memory heißen.

Muss CSM für Resizable BAR aus sein?

Ja. Intel schreibt, dass CSM oder der Legacy Mode deaktiviert und der Startmodus UEFI aktiviert sein muss. Läuft Windows noch auf einer Platte mit MBR, wandelt Microsofts Werkzeug MBR2GPT sie ohne Datenverlust in GPT um.

Wie viel bringt Resizable BAR?

NVIDIA nennt für manche Spiele ein paar Prozent bis zu 12 % mehr Leistung, andere Spiele verlieren. AMD nennt höhere Leistung in ausgewählten Spielen ohne Zahl. Eigene Messungen hat ratioDB nicht.

Wie sehe ich, ob Resizable BAR an ist?

Bei NVIDIA in der NVIDIA-Systemsteuerung unter Systeminformationen, bei AMD in der AMD Software unter Leistung und Tuning, bei Intel mit dem Intel Driver and Support Assistant. GPU-Z zeigt den Status im Hauptfenster.

Brauche ich für Resizable BAR mehr RAM?

Nein. Resizable BAR ändert nur, wie viel vom Grafikspeicher der Prozessor auf einmal erreicht. Der Arbeitsspeicher bleibt gleich. Wie viel RAM du brauchst, hängt an deinen Programmen und Spielen.

Funktioniert Intel Arc ohne Resizable BAR?

Ja, laut Intel funktionieren Arc-Grafikkarten auch ohne Resizable BAR. Für die beste Leistung muss es laut Intel aber aktiv sein.

Quellen