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Homelab: Speicher, RAM und Festplatten für den Heimserver

Von Engin BuldakVeröffentlicht Zahlen live, Stand 29.10.2026, 17:17 Uhr8 Min. Lesezeit

Coverbild Homelab mit der Kurve des TB-Index für interne 3,5-Zoll-Festplatten auf amazon.de

Ein Homelab ist ein eigener kleiner Server zu Hause, auf dem du Dienste selbst betreibst und Technik ausprobierst, etwa Medienserver, Backups, Smart Home oder virtuelle Maschinen. Typische Hardware ist ein Mini-PC, ein gebrauchter Server oder ein NAS. Den Speicher planst du in 3 Teilen: SSD für System und VMs, Festplatten für Daten, RAM für alles, was gleichzeitig läuft.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Laufwerke wofür passen, wie viel Arbeitsspeicher eine Virtualisierung mit Proxmox VE laut Dokumentation braucht und was die Bausteine auf amazon.de gerade kosten. Die Angaben zur Hardware stammen aus der Dokumentation von Proxmox VE. ratioDB testet keine Hardware selbst, wir vergleichen Preise und Datenblätter. Die Live-Preise stehen weiter unten (Stand 29.10.2026 um 17:17 Uhr).

Was ist ein Homelab?

Ein Homelab ist eine Server-Umgebung im eigenen Zuhause. Sie dient zum Lernen, zum Testen und zum Selbsthosten von Diensten, die sonst in der Cloud laufen würden. Das kann ein einzelner Mini-PC sein oder ein Regal mit mehreren Geräten, Netzwerk und Speicher.

Typische Dienste in einem Homelab:

  • Daten und Backups: zentrale Ablage für Fotos, Dokumente und Sicherungen aller Geräte im Haus
  • Medienserver: Filme, Serien und Musik für alle Geräte im Netzwerk
  • Virtuelle Maschinen und Container: mehrere Systeme auf 1 Rechner, zum Ausprobieren oder für feste Dienste
  • Netzwerkdienste: Werbeblocker im Netzwerk, VPN für den Zugriff von unterwegs, Smart-Home-Zentrale

Viele Dienste laufen dabei rund um die Uhr. Deshalb zählen beim Homelab neben dem Preis auch Laufzeit, Lautstärke und Stromverbrauch der Hardware. Die genauen Werte stehen im Datenblatt des jeweiligen Geräts.

Welche Hardware eignet sich für ein Homelab?

Für den Einstieg reicht oft ein Mini-PC mit M.2-SSD und SO-DIMM-RAM. Wer viele Festplatten braucht, nimmt einen PC oder gebrauchten Server mit Platz für 3,5-Zoll-Platten. Ein fertiges NAS ist die einfachste Lösung für Daten, bietet aber weniger Leistung für viele VMs.

HardwareStärkenGrenzenTypischer Speicher
Mini-PCklein, leise, wenig Platz nötigmeist nur 1 bis 2 M.2-Steckplätze, kaum Platz für FestplattenM.2-SSD, SO-DIMM-RAM
Selbstgebauter PCviele SATA-Anschlüsse, Platz für Festplatten, freie Wahl der Teilegrößer als ein Mini-PCM.2-SSD, 3,5-Zoll-Festplatten, DIMM-RAM
Gebrauchter Serverviele Einschübe, oft ECC-RAM, Fernwartunglaut und groß, Stromverbrauch im Datenblatt prüfenSAS- oder SATA-Platten, RDIMM-RAM
Fertiges NASeinfache Einrichtung, für Daten gebautbegrenzte Leistung für VMs3,5-Zoll-Festplatten, teils M.2-Cache

Bei Mini-PCs lohnt der Blick ins Datenblatt: Manche Modelle haben verlöteten Arbeitsspeicher, der sich nicht aufrüsten lässt. Notebook-Module (SO-DIMM) und Desktop-Module (DIMM) passen nicht ineinander, den Unterschied erklärt der Ratgeber SO-DIMM oder DIMM. Gebrauchte Server nutzen oft registrierten Speicher (RDIMM), mehr dazu im Ratgeber RDIMM oder UDIMM. Was gebrauchte Festplatten aus Servern taugen, steht im Ratgeber Gebrauchte Festplatten.

Wie plane ich den Speicher im Homelab?

Bewährt hat sich eine Aufteilung in 3 Ebenen: eine SSD für Betriebssystem und virtuelle Maschinen, Festplatten mit CMR für große Datenmengen und ein Backup auf einem getrennten Datenträger. Eine zusätzliche SSD als Cache beschleunigt häufig genutzte Daten.

AufgabeLaufwerkWorauf achten
BetriebssystemM.2-NVMe- oder SATA-SSDkleine Kapazität reicht, am besten 2 Laufwerke im Spiegel
Virtuelle Maschinen und ContainerM.2-NVMe-SSDschnelle zufällige Zugriffe, ausreichend Kapazität
Daten, Medien, Archive3,5-Zoll-Festplatten mit CMRNAS-Reihe, für Dauerbetrieb gebaut, Preis pro TB
CacheNVMe-SSDbeschleunigt häufig gelesene Daten
Backupexterne Festplatte, weiterer Server oder Cloudgetrennt vom Homelab, nach der 3-2-1-Regel

SSDs und Festplatten ergänzen sich: Auf amazon.de kostet 1 TB SSD (M.2 NVMe) gerade rund das 3,0-Fache von 1 TB Festplatte, gemessen am TB-Index. Für Daten, die selten geändert werden, sind Festplatten deshalb die günstige Wahl, für Systeme und VMs die SSD. Wie sich beide unterscheiden, erklärt der Ratgeber SSD oder HDD.

Die Proxmox-VE-Dokumentation empfiehlt für die Ablage von VMs schnelle und redundante Laufwerke, am besten SSDs. Sie rät zu SSDs mit Schutz bei Stromausfall (Power-Loss-Protection) und von einfachen Consumer-SSDs ab. Außerdem schreibt Proxmox, dass ZFS und Ceph nicht mit einem Hardware-RAID-Controller zusammenpassen. Für ein Homelab heißt das: Festplatten und SSDs am besten direkt anschließen, ohne RAID-Karte dazwischen. Welche RAID-Stufe wofür passt, erklärt der Ratgeber RAID-Level.

Wie viel RAM braucht ein Homelab?

Laut Proxmox-VE-Dokumentation mindestens 2 GB für Betriebssystem und Proxmox-Dienste plus den Arbeitsspeicher, den du den virtuellen Maschinen zuteilst. Für ZFS und Ceph kommt rund 1 GB pro TB belegtem Speicher dazu. Die Summe aller VMs plus Reserve ergibt den Bedarf.

So rechnest du den Bedarf grob aus:

  1. Grundbedarf: 2 GB für Proxmox VE selbst, laut Doku das empfohlene Minimum. Für reine Tests nennt Proxmox 1 GB.
  2. Gäste: Zähle den RAM aller VMs zusammen, die gleichzeitig laufen. Jede VM bekommt ihren festen Anteil.
  3. Speicher mit ZFS: Für ZFS rechnet Proxmox mit rund 1 GB pro TB belegtem Speicher zusätzlich.
  4. Reserve: Plane Luft für weitere VMs ein, ein Homelab wächst meist.

Ein Beispiel: 3 VMs mit je 4 GB, dazu 2 GB für Proxmox und 4 TB belegter ZFS-Speicher ergeben 12 plus 2 plus 4, also rund 18 GB. Mit 32 GB bleibt Luft für mehr. DDR5-SO-DIMM für Mini-PCs kostet gerade 18,00 € pro GB laut TB-Index (Stand 29.10.2026 um 17:17 Uhr). DDR4-SO-DIMM liegt bei 6,37 € pro GB. Wie viel RAM ein normaler PC braucht, zeigt der Ratgeber Wie viel RAM, Fehlerkorrektur erklärt der Ratgeber ECC-RAM.

Was kosten SSD, Festplatten und RAM fürs Homelab gerade?

SSDs mit M.2 NVMe kosten auf amazon.de gerade 127,04 € pro TB laut TB-Index. Interne 3,5-Zoll-Festplatten liegen bei 42,90 € pro TB. Die günstigste NAS-Festplatte mit CMR pro TB ist Seagate IronWolf Pro 14 TB mit 42,70 € pro TB (14 TB), Stand 29.10.2026 um 17:17 Uhr.

TB-Index der Homelab-Bausteine auf amazon.de, Stand 29.10.2026 um 17:17 Uhr

ProduktartTB-Index (Median der 10 günstigsten Neuangebote)Einheit
Festplatte intern 3,5 Zoll42,90 €pro TB
SSD M.2 NVMe127,04 €pro TB
SSD 2,5 Zoll SATA109,50 €pro TB
DDR4 SO-DIMM6,37 €pro GB
DDR5 SO-DIMM18,00 €pro GB
DDR5 DIMM16,25 €pro GB

Günstigste neue Bausteine auf amazon.de, Stand 29.10.2026 um 17:17 Uhr

BausteinGünstigstes AngebotGrößePreis
Systemlaufwerk M.2 NVMe 1 TBIntenso Premium 1 TB1 TB138,90 €
Laufwerk für VMs M.2 NVMe 2 TBIntenso Premium 2 TB2 TB229,09 €
SSD 2,5 Zoll SATA 1 TBKingSpec 3 1 TB1 TB117,99 €
Datenplatte NAS (CMR) 8 TBWD Red Pro 8 TB8 TB344,74 €
RAM DDR4 SO-DIMM 32 GBTimetec 2 × 16 GB2 × 16 GB201,99 €
RAM DDR5 SO-DIMM 32 GBCrucial 2 × 16 GB2 × 16 GB535,00 €
RAM DDR5 SO-DIMM 64 GBCrucial 2 × 32 GB2 × 32 GB1.196,33 €

Die Tabelle zeigt je Baustein das günstigste neue Angebot, bei Festplatten nur NAS-Reihen mit CMR laut Datenblatt, bei RAM auch Kits aus mehreren Modulen. Dazu kommen 32 gebrauchte oder generalüberholte interne 3,5-Zoll-Festplatten, die günstigste ist WD Red Pro 18 TB mit 27,78 € pro TB (18 TB). Alle Angebote findest du unter SSD M.2 NVMe, Festplatten intern 3,5 Zoll, DDR4 SO-DIMM und DDR5 SO-DIMM.

Welches Betriebssystem eignet sich fürs Homelab?

Für virtuelle Maschinen ist Proxmox VE verbreitet, für Datenspeicher die NAS-Systeme Unraid und TrueNAS. Unraid erlaubt Festplatten unterschiedlicher Größe, TrueNAS setzt auf das Dateisystem ZFS und ist kostenlos. Beide können zusätzlich Container mit Docker betreiben.

Welches System passt, hängt vom Schwerpunkt ab: Steht die Virtualisierung im Vordergrund, ist Proxmox VE der übliche Startpunkt. Geht es vor allem um Daten und Medien, lohnt der Blick auf die NAS-Systeme. Den direkten Vergleich mit Kosten, Hardware-Anforderungen und passenden Festplatten zeigt der Ratgeber Unraid oder TrueNAS. Wer nur Speicher fürs Netzwerk braucht und kein eigenes System pflegen will, findet im Ratgeber NAS-Festplatte die passenden Platten für fertige Geräte.

Welche Festplatten gehören ins Homelab?

Für Daten, die rund um die Uhr erreichbar sind, eignen sich NAS-Festplatten mit CMR wie Seagate IronWolf, WD Red Plus oder Toshiba N300. Sie sind für Dauerbetrieb und den Einsatz mit mehreren Platten gebaut. Desktop-Festplatten sind laut Datenblatt oft für weniger Betriebsstunden ausgelegt.

Eine NAS-Festplatte mit 8 TB kostet auf amazon.de gerade ab 344,74 € (WD Red Pro 8 TB, 43,09 € pro TB). Achte beim Kauf auf CMR, weil SMR-Platten beim Wiederherstellen eines RAID oder ZFS-Pools langsam werden können, mehr dazu im Ratgeber CMR oder SMR. Welche Reihe wofür gedacht ist, zeigt der Ratgeber WD Red oder IronWolf.

Das Backup gehört nicht auf dieselben Platten. Die 3-2-1-Regel lautet: 3 Kopien deiner Daten, auf 2 verschiedenen Datenträgern, davon 1 außer Haus. Wie das im Alltag aussieht, erklärt der Ratgeber 3-2-1-Backup.

Wie vergleicht ratioDB Speicher fürs Homelab?

ratioDB ruft die amazon.de-Preise von Festplatten, SSDs und Arbeitsspeicher regelmäßig ab und rechnet sie in Preis pro TB oder pro GB um, mit 1 TB gleich 1.000.000.000.000 Byte. Der TB-Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote einer Produktart.

Reihe und Aufzeichnung der Festplatten ordnen wir jeder Modellnummer aus dem Datenblatt des Herstellers zu. Gebrauchte und generalüberholte Angebote sind gekennzeichnet und zählen nie zum Index. ratioDB testet keine Hardware selbst. Alle Regeln stehen auf der Seite Methodik, alle Festplatten unter Festplatten Preise pro TB, alle SSDs unter SSD Preise pro TB.

Über den Autor

Engin Buldak baut ratioDB. Er ist Nerd und auf Reddit unterwegs. ratioDB ist sein Werkzeug, um Speicher so zu vergleichen, wie Nerds es tun: nach Preis pro TB, mit offener Rechnung und ohne Werbebanner.

Häufige Fragen zum Homelab

Was braucht man für ein Homelab?

Für den Anfang reicht ein Rechner, der rund um die Uhr laufen darf, etwa ein Mini-PC oder ein alter PC, mit einer SSD fürs System und genug RAM für die geplanten Dienste. Für viele Daten kommen Festplatten dazu, für die Sicherheit ein Backup auf einem getrennten Datenträger.

Wie viel RAM braucht Proxmox?

Laut Proxmox-VE-Dokumentation mindestens 2 GB für das System und die Proxmox-Dienste, plus den RAM für alle virtuellen Maschinen. Mit ZFS oder Ceph kommt rund 1 GB pro TB belegtem Speicher dazu.

Reicht ein Mini-PC für ein Homelab?

Für viele Dienste ja, etwa Medienserver, Werbeblocker oder einige Container und VMs. Grenzen setzen meist die Zahl der Laufwerke und der maximale Arbeitsspeicher. Prüfe im Datenblatt, ob der RAM verlötet ist und wie viele M.2-Steckplätze es gibt.

SSD oder Festplatte fürs Homelab?

Beides. Die SSD trägt System, VMs und Container, weil sie bei zufälligen Zugriffen viel schneller ist. Festplatten speichern große Datenmengen günstiger pro TB.

Welche SSD empfiehlt Proxmox?

Die Proxmox-VE-Dokumentation empfiehlt SSDs mit Schutz bei Stromausfall (Power-Loss-Protection) und rät von Consumer-SSDs ab. Wer trotzdem eine normale SSD nutzt, prüft die Abnutzung regelmäßig über die SMART-Werte.

Brauche ich ECC-RAM fürs Homelab?

Nicht zwingend. ECC erkennt und korrigiert Speicherfehler und wird für Datenspeicher mit ZFS oft empfohlen. Prozessor und Mainboard müssen ECC unterstützen, das steht im Handbuch.

Ersetzt ein RAID das Backup?

Nein. Ein RAID schützt vor dem Ausfall einzelner Platten, nicht vor gelöschten, überschriebenen oder verschlüsselten Dateien. Ein Backup nach der 3-2-1-Regel bleibt nötig.

Quellen