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DirectStorage: Was es bringt und welche SSD du dafür brauchst

Von Engin BuldakVeröffentlicht Zahlen live, Stand 30.10.2026, 13:17 Uhr8 Min. Lesezeit

Coverbild DirectStorage mit der Kurve des TB-Index für M.2-SSDs mit NVMe auf amazon.de

DirectStorage ist eine Programmierschnittstelle (API) von Microsoft aus der DirectX-Familie, mit der Spiele Daten schneller von der SSD in die Grafikkarte laden. Seit Version 1.1 entpackt die Grafikkarte die Daten im Format GDeflate selbst. DirectStorage läuft unter Windows 10 und Windows 11, am meisten bringt es laut Microsoft mit einer NVMe-SSD.

Dieser Ratgeber erklärt, wie DirectStorage arbeitet, was du laut Microsoft dafür brauchst, welche Spiele es nutzen, was es auf SATA-SSDs und Festplatten bringt und woher es kommt: von der Xbox Velocity Architecture der Xbox Series X. Die Angaben stammen aus dem DirectX-Entwicklerblog von Microsoft, von Xbox Wire und aus dem PlayStation Blog. ratioDB testet keine Hardware und keine Spiele selbst, wir vergleichen Preise. Die Live-Preise für SSDs von amazon.de stehen weiter unten (Stand 30.10.2026 um 13:17 Uhr).

Was ist DirectStorage?

DirectStorage ist eine Schnittstelle in DirectX, über die ein Spiel viele kleine Lesezugriffe gleichzeitig an die SSD schickt. Microsoft hat sie am 14.03.2022 für Windows-Spiele freigegeben. Seit Version 1.1 vom 07.11.2022 entpackt die Grafikkarte komprimierte Daten selbst, das entlastet den Prozessor.

Spiele speichern Texturen und Modelle komprimiert, damit sie weniger Platz brauchen. Ohne DirectStorage liest der Prozessor diese Daten, entpackt sie und schiebt sie dann zur Grafikkarte. Mit DirectStorage 1.1 wandern die komprimierten Daten laut Microsoft direkt in den Speicher der Grafikkarte und werden dort auf einer Rechen-Warteschlange (Compute Queue) entpackt. Erst danach landen sie an ihrem Ziel.

Dafür nutzt Microsoft das Format GDeflate. Es teilt jeden Datenstrom in Kacheln von 64 KiB, die getrennt komprimiert sind. So kann die Grafikkarte viele Kacheln parallel entpacken. Bietet der Treiber des Grafikkartenherstellers keinen eigenen Weg, nutzt DirectStorage eine allgemeine Lösung über DirectCompute. Klappt auch das nicht, entpackt laut Microsoft wieder der Prozessor.

Die Versionen im Überblick, jeweils laut DirectX-Entwicklerblog von Microsoft:

VersionErschienenWas neu ist
DirectStorage 1.014.03.2022schnellere Lesezugriffe unter Windows 10 und 11, Entpacken noch auf dem Prozessor
DirectStorage 1.107.11.2022Entpacken auf der Grafikkarte (GPU-Dekompression) mit GDeflate
DirectStorage 1.218.04.2023gepufferter Modus (Buffered IO) für ältere Festplatten

Welche Voraussetzungen hat DirectStorage?

Laut Microsoft läuft DirectStorage unter Windows 10, empfohlen ist Windows 11 mit zusätzlichen Optimierungen. Für die GPU-Dekompression brauchst du eine Grafikkarte mit DirectX 12 und Shader Model 6.0. Für deutliche Gewinne nennt Microsoft eine NVMe-SSD, und das Spiel muss DirectStorage selbst einbauen.

Die Voraussetzungen im Detail:

BereichAngabe von Microsoft
Betriebssystemkompatibel mit Windows 10, Windows 11 ist der empfohlene Weg mit weiteren Optimierungen beim Lesen und Schreiben
Speicherfür deutliche Gewinne eine NVMe-SSD, Microsoft empfiehlt, Spiele auf einer NVMe-SSD zu installieren
GrafikkarteGPU-Dekompression auf allen Grafikkarten mit DirectX 12 und Shader Model 6.0
Treiberaktuelle Treiber von AMD, Intel oder NVIDIA, eine Mindestversion nennt Microsoft nicht
Spieldas Spiel muss DirectStorage einbauen, einschalten kannst du es nicht selbst

Unter Windows 10 kommt der Gewinn laut Microsoft vor allem daher, dass die Grafikkarte Arbeit übernimmt. Windows 11 bringt zusätzlich Verbesserungen im Speicher-Stapel des Betriebssystems mit. Einen Schalter für DirectStorage gibt es in Windows nicht. Ob ein Spiel es nutzt, entscheidet der Entwickler. Damit die Grafikkarte genug Speicher für die entpackten Daten hat, hilft der Ratgeber VRAM, zum Zugriff des Prozessors auf den ganzen Grafikspeicher der Ratgeber Resizable BAR aktivieren.

Wie viel schneller lädt ein Spiel mit DirectStorage?

Microsoft nennt für DirectStorage 1.0 auf NVMe-SSDs bis zu 40 % kürzere Ladezeiten. Mit GPU-Dekompression lud eine Testszene von Microsoft in 0,8 Sekunden statt in 2,36 Sekunden, also fast 3 Mal so schnell, und der Prozessor war laut Microsoft fast ganz frei.

Diese Werte stammen aus Beispielen von Microsoft. Microsoft schreibt selbst, dass die Ergebnisse je nach Spiel und Hardware schwanken. Ist der Prozessor schneller als die Grafikkarte, kann es laut Microsoft sogar sinnvoll sein, die GPU-Dekompression abzuschalten. ratioDB misst selbst nicht. Wie schnell deine eigene SSD ist, prüfst du mit dem Ratgeber SSD-Geschwindigkeit testen.

Welche Spiele nutzen DirectStorage?

Microsoft nennt beim Start von DirectStorage das Spiel Forspoken von Luminous Productions als Beispiel für den Einbau. Ratchet & Clank: Rift Apart nutzt laut PlayStation Blog DirectStorage 1.2 mit GPU-Dekompression, um bei hohen Grafikstufen Daten im Hintergrund nachzuladen.

Beispiele mit Quelle:

SpielDirectStorage laut QuelleSpeicher laut SystemanforderungenQuelle
ForspokenEinbau von DirectStorage, vorgestellt auf der GDC 2022keine Angabe in der QuelleDirectX-Entwicklerblog von Microsoft
Ratchet & Clank: Rift ApartDirectStorage 1.2 mit GPU-Dekompression75 GB, Mindestanforderung Festplatte mit SSD-Empfehlung, ab der empfohlenen Stufe SSDPlayStation Blog, 18.07.2023

Ratchet & Clank zeigt gut, was DirectStorage bedeutet: Das Spiel startet laut Anforderungen auch von einer Festplatte, ab der empfohlenen Stufe verlangt es aber eine SSD. Alle Stufen setzen Windows 10 mit 64 Bit ab Version 1909 voraus. Willst du ein vorhandenes Spiel auf eine schnellere SSD umziehen, zeigt der Ratgeber Steam-Spiele verschieben wie.

Bringt DirectStorage auch auf SATA-SSD und Festplatte etwas?

Laut Microsoft kann DirectStorage auf jeder Art von Speicher Vorteile bringen, die höchste Leistung gibt es aber mit einer NVMe-SSD. Für ältere Festplatten hat Microsoft in Version 1.2 einen gepufferten Modus ergänzt, der die langen Suchzeiten der Festplatte überdecken soll.

Microsoft schreibt beim Start im März 2022, dass Spieler auf jedem Speichergerät Vorteile sehen können und dass eine NVMe-SSD die Leistung beim Lesen maximiert. Zu Version 1.1 heißt es klarer: Für deutliche Gewinne brauchst du eine NVMe-SSD. SATA-SSDs nennt Microsoft in diesen Beiträgen nicht eigens.

Der gepufferte Modus aus Version 1.2 nutzt den Zwischenspeicher von Windows (Buffered IO, gepufferte Ein- und Ausgabe). Laut Microsoft brauchen ältere Festplatten diesen Modus, um ihre langen Suchzeiten zu überdecken. Das Spiel muss ihn selbst einschalten, und Microsoft rät, ihn nur für langsame Festplatten zu nutzen. Wie sich SATA und NVMe unterscheiden, erklärt der Ratgeber NVMe oder SATA.

Speicherarten auf amazon.de, Stand 30.10.2026 um 13:17 Uhr

SpeicherTB-Index pro TBGünstigstes Modell mit 2 TB
M.2-SSD mit NVMe132,89 €Intenso Premium 2 TB: 229,09 €
SATA-SSD, 2,5 Zoll109,50 €PNY CS900 2 TB: 222,00 €
Festplatte, 3,5 Zoll43,08 €Seagate Pipeline HD 2 TB: 106,50 €

Der TB-Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote einer Liste. Eine SATA-SSD kostet im Index gerade 109,50 € pro TB, eine Festplatte mit 3,5 Zoll 43,08 €. Für DirectStorage empfiehlt Microsoft die NVMe-SSD mit 132,89 € pro TB im Index.

Was hat DirectStorage mit der Xbox Velocity Architecture zu tun?

DirectStorage ist Teil der Xbox Velocity Architecture der Xbox Series X und kam 2022 auf den PC. Laut Xbox Wire besteht sie aus 4 Teilen: einer eigenen NVMe-SSD, Hardware zum Entpacken, der neuen Schnittstelle DirectStorage und Sampler Feedback Streaming. Die SSD liefert 2,4 GB/s ohne Kompression.

Die Angaben von Xbox Wire vom 14.07.2020 im Überblick:

TeilWas er laut Xbox Wire tut
NVMe-SSD2,4 GB/s ohne Kompression, bei einem Verhältnis von 2 zu 1 effektiv 4,8 GB/s für das Spiel
Hardware zum Entpackenentpackt das Standardformat LZ und das eigene Format BCPack für Texturen
DirectStorageneue Schnittstelle in DirectX mit feiner Kontrolle über die Lesezugriffe
Sampler Feedback Streaminglädt nur die Teile von Texturen, die gerade gebraucht werden, laut Xbox Wire rund das 2,5-Fache an effektivem Durchsatz und Speicher

Auf dem PC übernimmt seit DirectStorage 1.1 die Grafikkarte das Entpacken, das auf der Xbox eigene Hardware erledigt. Welche Erweiterungskarten und Festplatten an der Xbox funktionieren, erklärt der Ratgeber Xbox-Speicher erweitern, für die PlayStation 5 der Ratgeber PS5-SSD.

Welche SSD-Größe ist für Spiele mit DirectStorage sinnvoll?

Ratchet & Clank: Rift Apart braucht laut PlayStation Blog 75 GB. Auf eine SSD mit 1 TB passen rechnerisch 13 Spiele dieser Größe, auf 2 TB 26. Wer mehrere große Spiele installiert hat, ist mit 2 TB entspannter. Die günstigste NVMe-SSD mit PCIe 4.0 oder neuer und 2 TB kostet gerade 249,90 € (Stand 30.10.2026 um 13:17 Uhr).

Rechne mit dem Platz, den Windows, Updates und Spielstände zusätzlich brauchen. Die aktuell günstigsten M.2-SSDs mit NVMe ab PCIe 4.0 auf amazon.de, je Größe das günstigste Einzelstück einer bekannten Marke:

Die PCIe-Generation stammt aus dem Angebotstitel. Tipps für die Wahl der richtigen SSD für Spiele gibt der Ratgeber Gaming-SSD. Alle Modelle stehen unter SSD M.2 NVMe.

Wie hilft ratioDB beim SSD-Kauf für Spiele?

ratioDB vergleicht SSDs und Festplatten pro TB. Die amazon.de-Preise werden regelmäßig abgerufen, der TB-Index ist der Median der 10 günstigsten neuen Angebote einer Liste. Für M.2-SSDs mit NVMe liegt er gerade bei 132,89 € pro TB. ratioDB testet keine Hardware und keine Spiele selbst.

Gebrauchte Angebote sind gekennzeichnet und zählen nie zum Index. Alle Regeln stehen auf der Seite Methodik. Alle SSDs findest du unter SSD Preise pro TB, SATA-SSDs unter SATA-SSD 2,5 Zoll und Festplatten unter Festplatten 3,5 Zoll.

Über den Autor

Ich bin Engin Buldak und habe ratioDB gebaut. Ich bin 37, in Hamburg groß geworden und lebe bis heute hier. Ja, Buldak wie die scharfen koreanischen Nudeln ( ˘▽˘)っ♨ Scharf mag ich nur mein Essen, bei Speicherpreisen lieber nicht. ratioDB ist aus eigenem Frust entstanden, weil mir die bekannten Vergleichsseiten zu langweilig waren. Ich bin neugierig, mag klare Zahlen und habe wenig Geduld mit umständlichen Seiten. Mit im Gepäck: über 20 Jahre Grafikdesign, Programmierung und SEO, dazu eine große Liebe zu KI. Herausgekommen ist ein Vergleich von Festplatten, SSDs und RAM nach Preis pro TB und GB, mit offener Rechnung.

Häufige Fragen zu DirectStorage

Muss ich DirectStorage einschalten?

Nein. Einen Schalter in Windows gibt es nicht. Das Spiel muss DirectStorage einbauen, dann nutzt es die Schnittstelle selbst. Halte Windows und den Treiber der Grafikkarte aktuell.

Läuft DirectStorage unter Windows 10?

Ja. Laut Microsoft ist DirectStorage mit Windows 10 kompatibel. Windows 11 ist der empfohlene Weg, weil es weitere Optimierungen beim Lesen von der SSD mitbringt.

Brauche ich für DirectStorage eine NVMe-SSD?

Für deutliche Gewinne ja, so schreibt es Microsoft. Vorteile kann es laut Microsoft auf jedem Speicher geben, für Festplatten gibt es seit Version 1.2 einen eigenen gepufferten Modus.

Welche Grafikkarte brauche ich für die GPU-Dekompression?

Laut Microsoft funktioniert die GPU-Dekompression auf allen Grafikkarten mit DirectX 12 und Shader Model 6.0. AMD, Intel und NVIDIA können sie mit eigenen Treibern beschleunigen.

Was ist GDeflate?

GDeflate ist das Kompressionsformat von DirectStorage 1.1. Es teilt Daten in Kacheln von 64 KiB, die die Grafikkarte parallel entpacken kann.

Hilft eine SSD mit PCIe 5.0 bei DirectStorage?

Microsoft nennt in den genannten Beiträgen keine bestimmte PCIe-Generation, nur eine NVMe-SSD. Messwerte je Generation enthalten die Quellen nicht, und ratioDB testet selbst nicht.

Gibt es DirectStorage auch auf der PlayStation 5?

DirectStorage gehört zu DirectX von Microsoft, die Quellen nennen Windows und die Xbox. Für mehr Speicher an der PlayStation 5 hilft der Ratgeber zur PS5-SSD.

Quellen